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Tahiti
Tahiti, dessen ursprünglicher Name Otaheite lautet, ist die Hauptinsel der Gesellschaftsinseln und die größte Französisch-Polynesiens in der Südsee. Die Hauptstadt Papeete liegt an der Nordwestküste. Die Insel liegt bei 149,5° West und 17,66° Süd.
Tahiti besteht aus zwei durch einen schmalen Isthmus miteinander verbunden Inseln, der stark bevölkerten nördlichen Insel Tahiti-Nui (großes Tahiti) und der fast unbewohnten südlichen Insel Tahiti-Iti (kleines Tahiti). Die beiden Inseln bestehen aus ca. 1.043 km² Vulkangestein.
Rund um die Insel liegt ein stellenweise unterbrochenes Korallenriff, welches die Lagune vom offenen Meer abgrenzt. Anders als bei vergleichbaren Vulkaninseln in Polynesien hat sich vor Tahitis Festland bisher keine nennenswerte Atollstruktur gebildet. Lediglich ein paar kleine Motus (tahitianisch: Inseln), wie etwa Motu Martin im Norden Tahitis, sind vorhanden. Sie sind der Beginn einer Entwicklung, die über Jahrtausende zum Versinken der Hauptinsel und zur Bildung eines großen Atolls führen wird.
Beide Inseln Tahitis sind geprägt von der über Jahrhunderte aus dem ursprünglichen Vulkan entwickelten Bergwelt. Die Berge mit bis zu 2200 m Höhe sind meist bis zur Häusergrenze mit dichtem Regenwald bewachsen.
Geschichte
Die ersten europäischen Besucher waren Spanier 1606 unter dem Portugiesen Pedro Fernández de Quirós, aber da die Insel Otaheiti, so hieß sie früher, über keine Bodenschätze verfügte, war sie für die Eindringlinge nicht interessant. Die Insel wurde auch als Sagittaria wegen ihrer kleinen Pflanzen (Pfeilkraut) bezeichnet. Die Besatzungen der Schiffe wurden von nackten Mädchen empfangen, schließlich hielt man sie für Götter. Die Mannschaften der nachfolgenden Schiffe unter Samuel Wallis (1767) und James Cook (1774) hinterließen nicht nur blonde Kinder, sondern auch Krankheiten, wie Syphilis und Grippe. Die Anzahl der Einwohner wurde damals auf etwa 200.000 geschätzt. 1797 erreichten die ersten Missionare die Insel. Die nachfolgende Christianisierung ließ die ursprüngliche Kultur der Polynesier nahezu vollkommen verschwinden. Seit etwa 1830 rivalisierten anglikanische (englische) und katholische (französische) Missionare um den Einfluss in Tahiti. Die Ausweisung katholischer Geistlicher aus Tahiti auf Betreiben der Anglikaner wurde 1838 von Frankreich zu verstärktem Engagement auf den Inseln ausgenutzt und der Einfluss beständig verstärkt. Während der Regierungszeit der Königin Aimata Pomaré IV. (* 1812, reg. 1827-1877) wurde Tahiti 1842 französisches Protektorat. Die Monarchie bestand unter französischer Oberherrschaft weiter. Die Erhebung der Polynesier gegen die französische Herrschaft wurde 1842-1847 von französischen Truppen niedergeschlagen. 1880 schließlich wurde Tahiti französische Kolonie: König Pomaré V., der 1877 seiner Mutter nachgefolgt war, schloss am 29. Juni einen Vertrag mit Frankreich, wonach die Hoheit über Pomarés Herrschaftsgebiet - die Gesellschaftsinseln, die Tuamotu-Inseln sowie die Austral-Inseln - auf den französischen Staat überging. Mit dem entsprechenden französischen Gesetz vom 30. Dezember wurde Tahiti als Teil Französisch-Ozeaniens, das später in Französisch-Polynesien umbenannt wurde, französische Kolonie. Während des Zweiten Weltkrieges diente die Insel den USA als Vorposten im Südseeraum.
