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Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Ferner grenzt Kanada an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon und an das zu Dänemark gehörende Grönland. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der frankophonen Kanadier und die Rechte der indigenen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geografie
Kanada ist geographisch sehr heterogen. Die geologische Basis der Atlantikprovinzen (Neufundland und Labrador, Prinz-Edward-Insel, Neuschottland, Neubraunschweig, Québec) sind alte, abgetragene Berge neben noch älteren Abschnitten des Kanadischen Schildes (oder auch Laurentischer Schild). Westlich und südlich liegen die Ebenen um den Sankt-Lorenz-Strom und die Großen Seen. Der Kanadische Schild umfasst eine ausgedehnte, geologisch alte Region mit einigen der ältesten Gesteine. Um die Hudsonbai gelegen, nimmt er fast 50 % des kanadischen Gebietes ein. Abgesehen von einigen niedrigen Bergen im östlichen Québec und in Labrador ist die Landschaft flach und hügelig. Das Gewässernetz ist dicht, die Entwässerung der Region erfolgt über eine Vielzahl von Flüssen. Die südliche Hälfte des Schildes ist mit borealen Wäldern bedeckt, während die nördliche Hälfte (einschließlich der Inseln des kanadisch-arktischen Archipels) jenseits der arktischen Baumgrenze liegt und mit Felsen, Eis und Tundrenvegetation bedeckt ist. Die östlichen Inseln des kanadisch-arktischen Archipels sind gebirgig, die westlichen dagegen flach. Westlich des Kanadischen Schildes breiten sich die inneren Ebenen aus. Präriegras ist die natürliche Vegetation des südlichen Teils der Prärieprovinzen Saskatchewan, Manitoba und Alberta. Der nördliche Teil dagegen ist bewaldet. Die kanadischen Kordilleren (der kanadische Teil der Rocky Mountains), die sich von nördlichen Yukon-Territorium bis zum Süden der Provinzen Britisch-Kolumbien und Alberta erstrecken, dominieren das westliche Kanada. Auf der pazifischen Seite verläuft das Küstengebirge in Nord-Süd-Richtung durch Britisch-Kolumbien, die Küstenlinie wird tief von Fjorden durchschnitten. Vor der Küste liegt Vancouver Island, ein Ausläufer des Küstengebirges. Die größte Insel ist die Baffininsel, welche gleichzeitig die viertgrößte Insel der Welt ist. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia. Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt. Dadurch verfügt das Land zudem über die größte ausschließliche Wirtschaftszone in Küstengewässern. Die jeweils 200 Seemeilen summieren sich insgesamt auf 3,7 Millionen Quadratkilometer - rein rechnerisch entspräche dies 37 % der gesamten kanadischen Landmasse. Die wichtigste kanadische Gebirgsregion ist das Western Cordillera Bergsystem in British Columbia, Alberta, Yukon Territory und den Northwest Territories mit den Rocky Mountains, Coast Mountains und Mackenzie Mountains. Ein zweites wichtiges System verläuft entlang der Nord-Ost Küste von Ellesmere Island bis zu den Torngat Bergen in Quebec und Newfoundland und Labrador. Ein drittes großes Bergsystem sind die Appalachen und Laurentides im Osten Kanadas. Höchster Berg ist der 5.959 Meter hohe Mount Logan im Yukon Territory.
